Meine Postkartengeschichte ….

… ausgewählt vom Literaturhaus Freiburg für den Druck und eine Ausstellung, die wegen Corona leider nicht stattfinden konnte. Die Vorgabe war, maximal 100 Wörter und aus über 400 Einreichungen wurden 100 ausgewählt, und darunter auch meine Postkartengeschichte:

Zwiebelringe zur zivilen Hochzeit – ein Gedicht von Matthias Santiago Staehle

Privilegien, sind durch und durch privat.

Wer spart, ist mehr und mehr apart.

Wer in Zivil erscheint, zielt ab und auf Zivilisation.

Wer von Pflichten spricht, verspricht sich an und für sich.

Wer Striche zählt, wird Zug um Zug zum Stricher.

Wer Zivilisten sinnbildlich sieht, hat mehr als eine List im Sinn.

Wer Schlüsse zieht, hat auf Leben geschossen.

Wer auf Liebe abzielt, muss lieblich verschossen sein.

Wer alles abwägt, ist überwiegend emotional verschlossen.

Wer viel nachdenkt, verschenkt hin und wieder Gedanken.

Wer eine zivile Hochzeit sucht, versucht am besten Zwiebelringe aus der Lyrikabteilung Liebessprünge.

(Teilweise inspiriert von meinem Weihnachtseinkauf beim Elif Verlag und wünsche insbesondere Allen die ihre Bücher nicht über Amazon beziehen wunderbare Weihnachtsfeiertage…)  

Vielen lieben Dank

Ich hatte Coronabedingt

Einen mehrfach Zweisamen

Bei weitem nicht Einsamen

45. Geburtstag / Feiertag

Einen fruchtigen Feigentag

Gleichwohl ich ein paar „Arschgeigen“

Vermisst habe,  den Freundschaft

Bemisst sich nicht am Schleim

Am Reimen mit dem Reinen

Sondern an Geigenmusik

Gespielt mit Galgenhumor

Mit und ohne großen Worten

Die verklingen als Amor.

Foto von mir, aufgenommen von Tim Kaiser am 6.12.2020 bei mir auf St Pauli.

Was würde Benjamin sehen?

Ist das Wir das große Ganze?

Existiert ohne das große Ganze kein Wir?

Und was sehen wir in Fragen?

Sehen wir richtige Worte im Falschen?

Oder störende Worte im Richtigen?

Anmerkung(en): Der Titel bezieht sich auf den Philosophen Walter Benjamin, ein enger Freund und Kollege von Theodor W. Adorno, von dem das berühmte Zitat „Es gibt kein richtiges Leben im Falschen“ stammt. Da mein HfbK Professor Gerd Roscher, ein Adorno Schüler und Benjamin Anhänger ist, widme ich insbesondere diesen beiden Denkern diese Miniatur. Entstanden durch die Beschäftigung mit der Ausschreibung #Wir des Gautinger Literaturwettbewerb, bei der ich fälschlicher Weise (lange) dachte, man kann auf 6 Seiten mehrere Texte, Gedichte einreichen, sodass ich nach der Einreichung „nur“ eines Langgedichts, nun Überrestetexte habe, weshalb nach so viel Erklärungstext, noch ein Verklärungstext folgt:

Das Wir in seiner Einfältigkeit

Es gibt viel zu sagen zum Wir

Doch du sagst einfach zu mir

Es ist vorbei mit unserem Wir

Ich weine tagelang Warum?

Und klopfe unsere Worte ab

Nach Liebesfehlern und und und

Maradona (spanische und deutsche Version meines Gedichts für den großen Diego)

Maradona

El fue una dona, mi Maradona

Tambien una primadona, con su don

Con qual juagaba la pelota

Un futbolista, simpre fuera del mundo

Que ahora esta, de donde viene su don

Con dios, en la ultima cancha

Y seguro aja, tambien va a ser

El star y ganar a dios mismo, con su don

Desgraciado y santo

Que donacion para el mundo

Maradona

Er war eine Grand Dame, mein Maradona

Auch eine Primadona, mit seinem spirituellen Geschenk

Mit dem er den Ball spielt.

Ein Fußballer, immer schon außerhalb dieser Welt

Der jetzt ist, woher seine Gabe kommt

Mit Gott, auf dem ultimativem Spielfeld

Und ich bin sicher, auch dort ist er

Der Star und gewinnt gegen Gott höchstpersönlich

Gleichwohl Bastard und Heiliger

Als die Freudenspende, die er der Welt war.